Monatsbericht Januar 2026
Sehr geehrte Anleger,
die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich im Berichtsmonat regional uneinheitlich. In Europa zeigte sich ein differenziertes Bild: Der DAX (+0,2%) blieb angesichts weiterhin verhaltener Industrie- und Exportdynamik nahezu unverändert, während der französische CAC 40 (–0,3%) durch eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft und politische Unsicherheiten belastet wurde. Deutlich robuster präsentierte sich der britische FTSE 100 (+2,9%), begünstigt durch seine defensive Indexstruktur, stabile Rohstoff- und Energiepreise sowie die PfundSchwäche. In den USA setzte sich die freundliche Marktstimmung fort. Der S&P500 (+1,4%) und der NASDAQ100 (+1,2%) wurden durch robuste Arbeitsmarktdaten gestützt. In Asien wurde der Nikkei 225 (+5,9%) durch den schwachen Yen und positive Unternehmensimpulse unterstützt, während der Hang Seng (+6,9%) vor dem Hintergrund geldpolitischer Lockerungen und fiskalischer Stützungsmaßnahmen in China zulegte.
Ihre RIV
Chart des Monats: Entwicklung des Kupferpreises seit 2000
Das Diagramm zeigt den Kupferpreis (COMEX) in USD seit 2000
Es zeigt, dass der Kupferpreis sich in den letzten 25 Jahren versechsfacht hat.
Quelle: LSEG Workspace
Kupfermarkt vor langfristigem Angebotsdefizit
Der Kupferpreis notiert auf Rekordniveau. Neben kurzfristigen Marktfaktoren rückt zunehmend eine strukturelle Perspektive in den Fokus: Ab 2027 wird ein globales Angebotsdefizit erwartet, das sich in den Folgejahren weiter verschärft. Bis Mitte der 2030er-Jahre weitet sich der strukturelle Fehlbetrag auf rund 10 Mio. Tonnen aus, was etwa einem Drittel der heutigen Jahresproduktion entspricht. Treiber ist eine steigende Nachfrage bei begrenzter Angebotsausweitung. Auf der Nachfrageseite entfällt ein wachsender Anteil des Kupferverbrauchs auf elektrifizierende Anwendungen wie Stromnetze, Energieverteilung, Industrieanlagen und Elektromobilität. Energiewende, Netzausbau und Elektrifizierung lassen diesen Anteil weiter steigen. Kupfer ist aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften technologisch nur begrenzt substituierbar. Entsprechend soll die globale Kupfernachfrage bis 2040 auf über 40 Mio. Tonnen steigen, während das verfügbare Angebot, einschließlich Recycling, ab 2030 bei rund 33 Mio. Tonnen stagniert. Auf der Angebotsseite basiert ein Großteil der Produktion auf Minen, die in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren entdeckt wurden. Seitdem sind nur wenige große Neuentdeckungen hinzugekommen. Zudem vergehen typischerweise 10 bis 15 Jahre von der Entdeckung bis zur Produktionsaufnahme, was die Reaktionsfähigkeit des Angebots nachhaltig einschränkt. Über Rio Tinto, Antofagasta, Anglo American, KGHM, Vale und Barrick sind wir am Kupfermarkt positioniert.
Unternehmen im Fokus
TRANSAKTIONEN
Rationalinvest (RI), Aktieninvest (AI), Zusatzversorgung (ZV)
Im allen drei Fonds haben wir mehrere kleine Anpassungen vorgenommen. Bei RWE (RI), einem führenden deutschen Energiekonzern mit integrierter Aufstellung und strategischer Ausrichtung auf erneuerbare Energien, wurde die starke Kursentwicklung der vergangenen 12 Monate für einen Teilverkauf genutzt. Der erfolgreiche operative und strategische Umbau hin zu erneuerbaren Erzeugungskapazitäten wurde vom Markt honoriert, wodurch die Aktie zuletzt den höchsten Stand seit 2011 erreichte. Barrick (RI,ZV), das weltweit größte Goldbergbauunternehmen mit Sitz in Kanada, profitierte vom deutlichen Anstieg des Goldpreises. Der Aktienkurs verdreifachte sich fast im letzten Jahr. Wir haben einen Teil der Position veräußert. Auch bei Wienerberger (RI), dem österreichischen, global führenden Baustoffhersteller mit Fokus auf Ziegel, Dachziegel und Rohrsysteme, wurde die Position etwas reduziert. Die operative Entwicklung bleibt von einer verhaltenen Nachfrage im Neubausegment geprägt, insbesondere in Europa und Nordamerika, während Renovierungs- und Infrastrukturbereiche stabiler verlaufen. Die Aktie von ArcelorMittal (RI), einem international aufgestellten Stahlkonzern mit Sitz in Luxemburg und einer führenden Position im globalen Stahlmarkt, verzeichnete zuletzt eine deutliche Kursentwicklung. Das operative Umfeld bleibt jedoch durch eine schwache Stahlnachfrage, hohen Importdruck aus Ländern mit Überkapazitäten sowie strukturell hohe Energie- und Regulierungskosten in Europa geprägt. Vor diesem Hintergrund wurde ein Teilverkauf zur Gewinnrealisierung vorgenommen. Der Bestand in Magnum (RI), die im Zuge des Spinoffs des Eiscreme-Geschäfts von Unilever ins Portfolio gelangte, wurde vollständig veräußert. Als eigenständig börsennotiertes Unternehmen stellte Magnum kein strategisches Kerninvestment dar, weshalb auf eine Aufstockung verzichtet wurde. Samsung (RI,ZV) ist Südkoreas größter Technologiekonzern und weltweit führender Anbieter von Speicherchips. Die Aktie profitierte von steigenden Speicherchippreisen und der hohen Nachfrage nach Hochbandspeichern für KI-Rechenzentren. Die Halbleitersparte erzielte zuletzt einen Rekordgewinn und entwickelte sich zur zentralen Ergebnisquelle des Konzerns. Die Aktie verzeichnete eine ausgeprägte Kursentwicklung, wodurch die maximale Anlagegrenze von 5% zwei Mal überschritten wurde, was zu Teilverkäufen führte. Hecla Mining (AI), einer der größten US-amerikanischen Silberproduzenten, profitierte vom enormen Anstieg des Silberpreises und verzeichnete eine entsprechend starke Kursentwicklung, die für Gewinnmitnahmen genutzt wurde. KGHM (AI), ein führender Kupfer- und Silberproduzent mit Sitz in Polen, profitierte deutlich vom Anstieg der Kupferund Silberpreise und verzeichnete eine starke Kursentwicklung, die für einen Teilverkauf zur Gewinnrealisierung genutzt wurde. Auch bei Silicon Motion (AI), einem US-amerikanischen Halbleiteranbieter mit Schwerpunkt auf Controller-Lösungen für NAND-Flash-Speicher, wurde nach Erreichen eines neuen Allzeithochs ein Teilverkauf vorgenommen. Die Aktie profitierte von einer robusten operativen Entwicklung sowie einer steigenden Nachfrage nach Speicherlösungen für KI- und Cloud-Anwendungen. Die aus diesen Anpassungen freigewordenen Mittel wurden teilweise für Nachkäufe genutzt. Bei Salesforce (RI,ZV), dem führenden US-amerikanischen Anbieter cloudbasierter Unternehmenssoftware mit Schwerpunkt auf CRM-Lösungen, wurde die Position vor dem Hintergrund einer schwachen Kursentwicklung aufgestockt. Demgegenüber zeigte sich das operative Geschäft robust. Auch SAP (RI,ZV), der führende deutsche Anbieter von Unternehmenssoftware mit Fokus auf Cloud-Lösungen, wurde etwas aufgestockt. Auf Basis der jüngsten Geschäftsjahreszahlen reagierte der Markt auf den ausgewiesenen Auftragseingang im Cloud-Geschäft mit einer deutlich negativen Kursbewegung. Diese Reaktion fiel aus unserer Sicht überzogen aus. Die Position in Air Liquide (ZV), dem weltweit führenden französischen Industriegasekonzern, wurde erhöht. Das Unternehmen profitiert strukturell von langfristigen Trends wie der Energiewende, dem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft sowie steigenden Investitionen in Halbleiter- und Hochtechnologieanwendungen.